Über mich


Aurelie Richards ist Autorin, Performerin, Aktivistin, Körperarbeiterin, Heilerin und Coach —
in Kalifornien geboren und aufgewachsen und lebt derzeit in Berlin.


Aurelie Richards, Ballhaus Ost, Berlin, 2019

Dies sind einige Identitäten, mit denen ich mein Leben führe, nicht um mich in Kategorien einzuschließen, sondern um mich sozial und dynamisch zu verorten:


Autorin, Pädagogin, Imkerin, Hexe, Performerin, Gemeinschaftsbildnerin, Gärtnerin, verwundete Heilerin. Ich bin eine jüdische Frau mit Trans-Erfahrung, die derzeit in Deutschland wohnt. Ich bin Cherokee von meiner Großmutter und somit Indigiqueer (obwohl ich nicht im Reservat aufgewachsen bin). Ich setze mich seit langem für die Rechte von Queers, den Aufbau von Trans-Community und die Prävention von häuslicher Gewalt ein, insbesondere in ländlichen und kleinstädtischen Kontexten. 

Ich bin auch Coach und arbeite mit Einzelpersonen, Gruppen, NGOs, und Unternehmen zusammen, die Achtsamkeit und somatisches Coaching in ihr Leben und ihre Organisationen integrieren wollen. 

Jetzt ein Beratungsgespräch vereinbaren: info[at]aurelierichards[dot]com

Wir sind frei, die Welt zu verändern und etwas Neues in ihr zu beginnen.

—Hannah Arendt

California

Ich bin in den Bergen der Sierra Nevada aufgewachsen, neben dem Pazifischen Ozean. Redwood, Feigen, Trauben, Wacholder und Lorbeer halfen mir, den Weg zum Fluss San Jouquin zu finden, wo ich Hirsche beim Grasen und Kojoten bei der Jagd in den Feuchtgebieten aufschreckte, die ich während meiner Kindheit austrocknen sah. Sie trockneten aus, weil das Jahr, in dem ich Kalifornien verließ, das erste Jahr war, in dem ich in die Sierras blickte und nicht das ganze Jahr über eine Schneedecke sah. Damals wusste ich es noch nicht, aber es war das Signal meiner Heimat, das mir sagte, daß es an der Zeit war, mich auf das Abenteuer meines Erwachsenenlebens einzulassen.

Wenn ich nicht gerade mit der Flora und Fauna Mittelkaliforniens zusammen war, verbrachte ich die meiste Zeit meiner Kindheit in Narnia, Redwall, versteckte ich mein Alethiometer vom Magisterium, oder lebte in Earthsea – wobei letzteres das wichtigste war. Erst viele Jahre später fand ich heraus, daß Ursula K. Le Guin Kalifornierin ist, und daß sie mir etwas Kalifornisches darüber beigebracht hat, in der Welt oder zwischen den Welten zu sein, am Rande der Welt, am Anfang der möglichen Welten, usw.

Ein Geschenk des Aufwachsens in Kalifornien war der frühe Kontakt mit und das Interesse am Buddhismus. Eines der ersten Dinge, die ich tat, nachdem ich meinen Führerschein bekommen hatte, war eine Reise zum Kloster von Thich Nhat Hanh in Escondido, um mit den Mönchen des Ordens des Interbeing in Rückzug zu gehen. Einem Orden, dem ich später beitrat und half, ihn aufzubauen. Ich studierte auch Reiki und begann, Reiki-Praktiken anzubieten.

New York

Als ich achtzehn war, packte ich zwei Seesäcke und stieg in ein Flugzeug nach New York City, wo ich an der Tisch Kunsthochschule der New York University meinen Uniabschluss (Bachelor of Fine Arts) in Tanz und Philosophie machte. Danach arbeitete ich in New York City professionell als Tänzerin und Schauspielerin, aber auch in der Kunstverwaltung, in der Kunst- und Umweltpädagogik und in der Prävention häuslicher Gewalt. Während meiner Arbeit studierte ich Shiatsu und begann, Shiatsu-Prinzipien in meine künstlerische Tätigkeit zu integrieren und mit Reiki zu verbinden.

Nach Jahren der Ausbildung und der Entwicklung meines Berufs in der Stadt, entschied ich mich, ins Hinterland von New York umzuziehen, wo ich im Kloster von Thich Nhat Hahn lebte und arbeitete und zwei Jahre als klösterliche Anwärterin verbrachte. Von dort aus half ich beim Aufbau eines Zentrums für Achtsamkeit und Permakultur in New Hampshire, erlernte den biodynamischen Gartenbau durch die Hawthorne Valley Association und studierte Waldorfpädagogik am Zentrum für Anthroposophie. Außerdem ließ ich mich in dieser Zeit zum achtsamkeitsbasierten Coach ausbilden. Eine Zeit der Suche und des Lernens, mich selbst zu verstehen.

Vermont

Ich lebte ein Jahr lang in einer Hütte, baute eine Meditationshalle aus Strohballen und entwickelte den Permakultur-Garten mit meinen Freunden in einem Achtsamkeitszentrum in New Hampshire. Ich lebte einfach und netzunabhängig, ohne fließendes Wasser und mit nur sehr begrenztem Zugang zu Solarstrom. An diesem Ort entwickelte ich ein neues Maß an innerer Widerstandsfähigkeit und einen Sinn für äußere Fähigkeiten. Die Härte und Schönheit der wilden Landschaft Neuenglands warf mich auf mich selbst zurück, und Emersons Essay über Selbstständigkeit, den er in dieser Landschaft schrieb, machte plötzlich Sinn.

Aus Dankbarkeit fürs Land, mit dem ich lebte, verfeinerte ich meine Gartenkenntnisse, lernte die Herstellung von Heilkräutertinkturen und die Bienenzucht und verbrachte unzählige ruhige Stunden in zwei Meter tiefem Schnee mit einem lodernden Feuer im Ofen und in meinem Herzen, um meine Arbeit als Schriftstellerin zu verfeinern, wie viele meiner intellektuellen und spirituellen Vorfahren aus Neuengland. Nach diesem Jahr überquerte ich den Connecticut River, müde von der Granitstarrheit New Hampshires, und zog in die kalkhaltige Zartheit von Vermont, wo ich die Jahre meiner Geschlechtsumwandlung verbringen würde.

In Vermont entdeckte ich die Lebendigkeit und Subtilität des LGBTQIA+-Aktivismus und des Aufbaus einer Gemeinschaft in einer Kleinstadt mit begrenzten Ressourcen, aber viel Herzblut und Liebe. In Vermont habe ich gelernt, ein Kämpferherz zu haben, und ich habe gelernt, die Art von Frau zu sein, die ich mir selbst nie erlaubt hatte, nämlich das, was Clarissa Pinkola Estes als „Wolfsfrau“ bezeichnen würde.  

Germany

Ich lebe derzeit in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und mache partizipatorisches, dauerhaftes, immersives und transhumanistisches Theater und Kunst im öffentlichen Raum. Mit einigen meiner Mitarbeiter:innen entwickle ich kuratorische Plattformen für spekulative und erweiterte Realitäten, die sich mit dem Klimawandel und dem sozialen Zusammenbruch durch Technologie und Kunst auseinandersetzen. Alle meine Arbeiten stellen Fragen zu Verdrängung und Zugehörigkeit, zu Menschlichem und Nicht-Menschlichem, zu möglicher Zukunft und nicht-linearer Zeit, sowie zu sogenannter Relationscapes, in denen sich die Teilnehmer:innen in einer sinnvollen und transformativen Begegnung treffen.  

Manchmal braucht es Dunkelheit und die sanfte Enge deines Alleinseins um zu realisieren,
daß alles und jeder, der dich nicht lebendig macht,
zu klein für dich ist.

—David Whyte

Ein Beratungsgespräch mit Aurelie